Superboris-Der kleinste Held der Welt


Wie alles begann...

Bereits vor zehn Jahren machte der Messdienerstammtisch Merchweiler erste Erfahrungen beim Filmemachen, damals für die Sendung "Heiße Schwenks und scharfe Schnitte" auf West 3. Eines dieser Filmchen wurde sogar mit dem "Wohnzimmeroskar" belohnt, verliehen von Diether Krebs. Waren es damals vorgegebene Szenen aus bekannten (oder weniger bekannten, aber dafür umso kurioseren) Filmen, so hatten wir bereits früh die Idee, einmal einen kompletten Spielfilm zu produzieren. Doch die Umsetzung dieser Idee dauerte dann zehn Jahre. Wie so oft stand der Zufall Pate. Während der JU-Fahrt zum Canstatter Wasen war sie plötzlich da: Die Idee, die dem ganzen Film zu Grunde liegt. Was man sich nicht alles während einer fünfstündigen Zugfahrt in geselliger Runde ausdenkt. Mathias L. (bekannt als Etze) war aus einer Laune heraus mit einer Motorheadfahne als Umhang bekleidet und hatte außerdem ein Windrad aus der beliebten Burger-King Kids-Club-Tüte am Mann. Damit marschierte er zwei Tage durch Stuttgart und "verhexte" jeden, der versuchte, sich zwischen ihn und sein Bier zu stellen. Somit war Zauberetze geboren. Die Figur des Superboris war einer anderen Laune zu verdanken. Um gegen einen Zauberetze zu kämpfen braucht man schließlich einen Superhelden. Witzig wird das ganze jedoch nur, wenn man einen Anti-Helden zum Superhelden macht. Also wer war wohl besser geeignet als Boris? In Gedanken hatten wir uns bereits ausgemalt, wie Boris auf den Händen seines Gehilfen (damals im Gespräche: Stefan Braun) durch die Straßen von Merchweiler "fliegt". Alle waren schließlich der Meinung, dass diese Ideen genügend Stoff für einen Spielfilm bieten sollten. Trotzdem dauerte es noch ein dreiviertel Jahr, bis aus der Idee eine Geschichte mit ausgereiften Charakteren und einer spannenden Handlung wurde. Beim Vatertagsgrillen bei Braune wurde das Drehbuch vorgestellt und die Besetzung der Rollen konnt beginnen. Waren auch einige Rollen den vorgesehenen Schauspielern auf den Leib geschrieben, mussten andere noch davon überzeugt werden, dass sie wirklich die Idealbesetzung sein sollten. Schließlich stimmte auch der JU-Vorstand dem Projekt zu und stellte die Mittel zur Produktion des Filmes zur Verfügung. Am 04. 07 2000 wurde die erste Szene in der Sport und Kulturhalle gedreht. Damals ahnte noch niemand, wie lange sich die Dreharbeiten hinziehen würden. Probleme wie z.B. das Duschverbot in der Sport und Kulturhalle während der Sommerferien wurden kurzerhand durch die Einstellung eines "Plätscherers" umschifft, ebenso wie die Frage, wie man Buzz (Wolfgang Bost) eine Flasche auf dem Kopf zerschlägt, ohne ihn ernsthaft zu verletzen durch den Einfallsreichtum von Andreas Gemenig gelöst wurde. Verwirrung innerhalb der Bevölkerung wurden ausgelöst, als Corny alias Inspektor Sancho am Steigershaus mit einer Waffe hantierte, ebenso vermuteten Anwohner Einbrecher im leerstehenden Schwesternhaus, als während der Dreharbeiten hin und wieder Licht brannte. Zu den angenehmeren Aufgaben gehörte es, im Sommer die Szenen im Wasser zu spielen. Christian Baltes bestand sogar darauf, seine Fahrradszene nochmal zu wiederholen, obwohl brauchbare Szenen vorlagen. Sabine Braun freute sich über jedes "Nochmal!" von Regiseur oder Kameramann, als sie Boris ohrfeigen musste (oder soll ich an diese Stelle eher sagen durfte?), während dieser sich besonders gern von Jenny für seine Heldentaten mit einem Kuss belohnen ließ. Wie bei einer Hollywood-Produktion wurden auch bei unserem Film die Produktionskosten um das Doppelte überschritten, die Drehzeit verlängerte sich von vorgesehenen 4 Monaten auf über ein Jahr. Letztendlich haben wir es aber wegen der Beharrlichkeit unseres Regiseurs, der göttlichen Ruhe und Gelassenheit unseres Kameramannes und natürlich des Durchhaltevermögens unserer Darstellen geschafft, dieses längste Projekt in der Geschichte der JU-Merchweiler fertigzustellen und zur Uraufführung zu bringen.

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M.Marx
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Stand: September 2001